Mein Jahr in Israel

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Der letzte Monat war sicher einer der lustigsten Monate bisher. Das lag daran, dass ich Besuch aus der Heimat hatte, nämlich von Rouven und Steve. 

Mit Steve, der hier zuerst ankam habe ich in der ersten Woche Jerusalem angeschaut hauptsächlich den Shuk (Markt), Downtown (wo wir mit Inbal und Yuval was getrunken haben) und die Altstadt, dann Yafo und Tel Aviv und noch ein wenig Petah Tiqwa (obwohl es da nicht so viel zu sehen gibt...)

Als Rouven dann dazukam am Donnerstag haben wir mit Susanna und Natanja erstmal einen "ruhigen" Abend zu Hause gemacht und da Rouven der DJ war bei diesem Abend, können wir jetzt alle Blümchensongs auswendig

Am Samstag Abend sind wir drei dann mit Judith (eine andere Volontärin aus Haifa) nach Jordanien gefahren. In Jordanien sind wir dann zuerst nach Petra, einer in den Stein gehauenen Stadt, die zum Beispiel auch bei Indiana Jones vorkommt (Fotos gibts bei Schüler/StudiVZ). Danach sind wir in ein Beduinen Restaurant gegangen und haben uns da den Bauch vollgeschlagen ("All you ca eat" für ca 10 Euro).

Wieder in Israel (in Eilat) sind wir in den Korallenriffen dort schnorcheln gegangen, was immer ein Erlebnis ist und haben den gesamten Tag am Strand verbracht. 

Am Mittwoch war dann das letzte Konzert mit meinem Orchester (s.Link Schubert Klavierkonzert). Wir haben mehrere Stücke für Soloinstrumente gespielt und am Ende haben alle Abiturienten eine Rose bekommen. Dann hat die Musikfachschaftsleiterin Miri Capsouto dem Publikum noch erzählt wer ich bin und was ich hier mache und so weiter und ich habe auch noch eine Rose überreicht bekommen.  

Rouven und ich (Steve war inzwischen schon abgereist) sind am nächsten Tag dann nach Jerusalem gefahren. Nachdem wir auch wieder ein bisschen Touristenprogramm gemacht haben, sind wir noch mit ein paar Volos abends weggegangen und haben gefeiert. 

Am nächsten Tag ging dann mein Seminar los und während Rouven mit einer Volontärin in Ramalah war, waren wir in Talitha Kumi, einer evangelischen Schule für Palästinenser (Moslems und Christen) und haben viel über die israelische Abschottungspolitik erfahren, die in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat. Früher konnten Palästinenser noch nach Israel und andersrum, aber jetzt ist das kaum noch möglich (Die Palästinenser sprechen schon von Apathheid). Da die Schule aber in der C-Zone liegt (Westjordanland unter israelischer Besetzung), können hier noch Treffen zwischen Israelis und Palästinensern stattfinden, was dem Direktor sehr wichtig ist, da sonst die Vorurteile auf beiden Seiten seiner Meinung nach nicht abgebaut werden könnten.

Überrascht hat mich, dass die Palästinenser, mit denen wir gesprochen haben, nicht unbedingt auf die Zwei-Staaten-Lösung bestanden haben, sondern auch einem Staat mit gleichen Rechten zustimmen oder sogar bevorzugen würden, egal ob er jetzt Israel oder Palästina heißt. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen dass die, mit denen wir gesprochen haben, entweder Christen oder säkulär waren. Ich glaube das größte Hindernis zum Frieden sind auf beiden Seiten die Religiösen. Hätten die nicht so viel Macht, wäre es schon längst zu einer Einigung gekommen...

Sonntag Nacht, nachdem wir mit Shiri und Halel am Strand getroffen hatten und uns noch gemütlich dort in ein Cafe gesetzt haben,  ist Rouven dann auch abgefahren und ich glaube ihm und Steve hat es genauso gut gefallen wie mir ...

 

10.4.09 09:35
 
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